English Version will follow... Der europaweite Erfolg des Dacia Logan aus Rumanien hat es deutlich gezeigt: Preisgunstige Kompaktwagen liegen voll im Trend. Das Nachbarland Bulgarien ist seit dem 1. Januar 2007 nicht nur Mitglied in der EU: Seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Studenten der Technischen Universitat von Sofia am ersten "Automobil Made in Bulgaria". Anfang Februar enthullten der Rektor der Fakultat, Prof. Kamen Vesselinow, und seine Studenten im Nationalen Museum Man and Earth von Sofia das erste 1:1 Concept Car.

Dabei war der Rahmen fur die Hochschuler eng gesetzt: Um sowohl auf dem heimischen als auch auf dem internationalen Markt erfolgreich sein zu konnen, muss das Auto nicht nur Platz fur vier bis funf Personen bieten, sondern auch zu einem Verkaufspreis zwischen 7.500 und 8.500 Euro realisierbar sein.

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Das Ergebnis erstaunte nicht nur die zur Premiere geladenen Gaste, zu denen auch so prominente Vertreter der deutschen Autoindustrie wie Mercedes-Benz Designchef Peter Pfeiffer gehorten: Der "Univers" besticht durch sein aufregendes Design und konnte durchaus auch aus einem italienischen oder kalifornischen Designstudio stammen.

Die optische Umsetzung der Aufgabenstellung ist dem Team der TU Sofia schon einmal hervorragend gegluckt. Die markante Front mit den tropfenformigen Hauptscheinwerfern und der durch die Formgebung der Lufteinlasse "lachelnden" Frontschurze verleiht dem feuerroten Concept Car sein charakteristisches Gesicht.

Die gleiche Formensprache findet sich an der fur ein optimales Raumangebot steil abfallenden Heckpartie wieder. Von der Seite wirkt der Prototyp durch die Kombination aus einer langen, stark geneigten Frontscheibe, einer nach hinten abfallenden Dachlinie und einer tief nach unten gezogenen Schwellerparte betont sportlich. Attraktive Details wie die Spiegelblinker und die in die Fensterrahmen der Turen integrierten Griffe zeigen deutlich, dass man sich bei der Formgebung modern orientierte.

Initiiert wurde dieses Projekt von Prof. Sasho Draganov, Leiter des Bereichs Industrial Design an der Technischen Universitat von Sofia, und seinem deutschen Kollegen Prof. Harald Leschke, Direktor Advanced Design Projekte bei DaimlerChrysler.

Schnell konnten Partner aus der Industrie gefunden werden, um die Studenten tatkraftig zu unterstutzen. Aus Deutschland sagten spontan DaimlerChrysler sowie Reifenhersteller Fulda zu. Mit Samsung und seinem Chefdesigner Harry Choi begeisterte sich sogar ein koreanischer Konzern fur die Vision eines bulgarischen Autos. Den gesamten Bereich des Business-Plans sowie Market Research und Marketing Strategien entwickelten die Studenten in den 2-jahrigen Vorlesungen von Prof. h.c. Bodo Buschmann an der Wirtschaftsfakultat der Uni Sofia.

Nachdem Sliven, die achtgro?te Stadt des Landes, nicht nur ein traditioneller Industriestandort ist, sondern auch eine Zweigstelle der TU Sofia beherbergt, konnte der Burgermeister schnell uberzeugt werden, das Projekt zu unterstutzen. Und der ist nicht nur in Bulgarien alles andere als ein Unbekannter: Yordan Letchkov, fruher Nationalspieler und Profi beim Fu?ballbundesligisten Hamburger SV, setzt sich mit gro?em Enthusiasmus dafur ein, die Idee zu verwirklichen und wenn moglich auch die Produktion in die Stadt an der wichtigsten Verkehrsader des Landes zwischen Burgas am Schwarzen Meer und Sofia zu holen.

In den letzten zwei Jahren lernten die beteiligten Studenten von der Pike auf, wie man das Design eines Autos entwickelt und bis zum fertigen 1:1 Modell ausarbeitet. Die Prasentation des Univers Concept Car war aber nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem fertigen Auto. Bis zum Fruhsommer 2007 soll der erste fahrfertige Prototyp aufgebaut werden.

Damit werden die Studenten von der reinen Designphase in den Engineering-Prozess wechseln. Hier ist die hohe Hurde zu nehmen, die heutigen Sicherheitsstandards mit relativ einfacher und damit preisgunstiger Technik zu erfullen. Parallel werden an der Universitat die Studien weiter vorangetrieben, wie man das Projekt bis hin zum Aufbau einer Produktion des ersten Autos aus Bulgarien weiter vorantreiben kann.

Wenn sich Investoren finden und es auch gelingt, die notigen EU-Fordergelder aus Brussel zu bekommen, konnte der Traum wahr werden. Denn ein Auto, das gut aussieht, preisgunstig und sparsam ist und dennoch vor allem in Sachen Sicherheit auf dem Stand der Zeit ist, hatte nicht nur auf dem heimischen Markt eine reelle Chance. Text and photos courtesy of Univers